Klassenrat und mehr

Natürlich gibt es auch bei uns manchmal Streit, das kommt ja in den besten Familien vor. Aber auch da haben wir an der Dreifaltigkeitsschule Hilfen, das wieder in den Griff zu kriegen.

Letztens hatte ich mit Eduard Etui Streit, er spielte mit Britta Buch und ich durfte nicht mitspielen. Da bin ich so sauer geworden, dass ich ihn ein bisschen aus Versehen in einen Busch geschubst habe. Mir tat es ja auch leid, dass er sich so weh getan hat, aber ich konnte trotzdem nicht mit ihm reden. Eduard hat das dann ins Klassenratbuch geschrieben. Da darf jeder reinschreiben, wenn er Ärger mit einem anderen Kind hat. Und sogar, wenn ein Kind sauer auf seine Lehrerin ist.

Immer Freitags in der dritten Stunde haben alle Klassen Klassenrat. Den leitet nicht die Lehrerin, sondern ein Kind. Dann werden alle Sachen nach und nach besprochen, die im Klassenratbuch stehen. Jeder darf nacheinander erzählen, wie das mit dem Streit gewesen ist. Bei uns hat zuerst Eduard erzählt, was war. Dann durfte ich auch erzählen, warum ich sauer gewesen bin. Alle Kinder und die Lehrerin haben gemeinsam überlegt, wie man so einen Streit verhindern kann und was ich machen kann, wenn ich sauer bin. Ich hab mich auch entschuldigt, aber ich habe auch eine Gedankenblase bekommen. Da steht drauf „Ich gehe achtsam mit anderen Menschen, Tieren, Pflanzen und Gegenständen um.“ Das ist nämlich eine von unseren vier wichtigen Schulregeln. Nach einer Woche wird beim Klassenrat noch einmal besprochen, ob ich mich jetzt an diese Regel halten konnte. Wenn alles gut ist, dann darf ich die Gedankenblase wieder abgeben. Nicht so gut ist, wenn ich noch weitere Gedankenblasen bekomme, bei dreien gibt’s sogar eine Gewitterwolke. Das war mal bei Samuel Stift so. Da wurden die Eltern dann informiert und die haben dann zusammen mit der Lehrerin und Samuel gemeinsam überlegt, was gerade schief läuft. Zuerst hatte Samuel ziemliche Angst davor, aber am Schluss waren alle ganz froh.

Ach ja, die Schulregeln sind immer kurz vor den Herbstferien das ganz große Thema bei uns. Da machen wir jedes Jahr eine Projektwoche zum Thema „Halt, keine Gewalt!“. Eine Woche lang machen wir dann ganz viele Aktionen rund um unsere Schulregeln. Ganz wichtig finde ich unsere „Halt, stopp!“-Regel. Manchmal weiß man ja gar nicht so genau, ob etwas Spaß ist oder nicht. Aber wenn jemand zu mir „Halt, stopp!“ sagt, weiß ich, dass ich jetzt aufhören muss, dass er das ernst meint.